Warum (Ur)Wälder so wichtig sind!

Wälder sind, neben den Meeren, die wichtigsten Lebensräume unserer Erde. Sie erzeugen den Sauerstoff, den wir alle zum Atmen brauchen. Sie reinigen die Luft von Abgasen und Staub und schaffen ein ausgewogenes Klima, indem sie fortwährend Wasserdampf abgeben. In den Wäldern leben außerdem die meisten Tier- und Pflanzenarten. Uns Menschen sind Wälder meist viel vertrauter als Meere, da sie uns überall umgeben und wir uns häufig in ihnen aufhalten. Weil wir in der Naturschule Darmstadt jeden Tag mit dem Wald zu tun haben, haben wir uns besonders dem Schutz der Wälder und der dort lebenden Tiere verschrieben.

Zurück zu den Wäldern: Wälder bedeckten einst als Urwälder weite Teile der Erdoberfläche. Sie waren und sind der natürliche Schutzmantel der Erde. Ein Urwald ist ein Wald, in dem alles einfach so wachsen darf, wie es von selbst wächst, ohne dass der Mensch dabei eingreift. Wenn wir an Urwälder denken, meinen wir meistens den tropischen Regenwald. Aber Urwälder gab es früher auch bei uns in Deutschland. Der größte Urwald der Erde liegt ganz weit im Norden und zieht sich durch ganz Nordkanada, Nordrussland und Teile Nordeuropas. Man nennt ihn den Borealen Nadelwald oder auch die Taiga.

Die meisten Urwälder der Erde sind inzwischen zerstört. Ganze 80% wurden bereits durch den Menschen abgeholzt, verbrannt oder für Städtebau, Straßen, Bergbau oder aus anderen Gründen kaputt gemacht. Man könnte sich das bildlich so vorstellen, dass von hundert Bäumen nur noch zwanzig übrig geblieben sind.

Ein Urwald braucht oft viele hundert Jahre zu seiner Entstehung. Deshalb kann man ihn auch nicht einfach wieder nachpflanzen oder muss zumindest ein paar hundert Jahre warten, bis es wirklich wieder ein Urwald wird. Im Urwald sind manche Bäume sehr alt. Wenn sie sterben, was oft erst nach mehr als tausend Jahren geschieht, stehen sie oft noch viele Jahre aufrecht und dienen Spechten und vielen anderen Tieren als Wohnung. Fallen sie schließlich zu Boden, dauert es oft noch Jahrhunderte, bis sie wieder zu Erde geworden sind. In dieser Zeit dienen sie anderen Pflanzen und nachwachsenden Bäumen als Nahrung.

Viele Tiere können nur im Urwald oder zumindest dem Urwald sehr ähnlichen Wäldern leben, weil sie die alten Bäume brauchen oder weil sie in Urwäldern einfach besser vor Menschen geschützt sind. Wenn wir diese Tiere schützen wollen, ist es am wichtigsten, ihren Lebensraum – den Wald – zu schützen.

Direkt vor unserer Haustür, hier in der Nähe von Darmstadt, entsteht gerade ein neuer Urwald! Am Tannenberg, dem Nachbarberg des Frankenstein, an der Bergstraße bei Darmstadt, wurden Teile des Waldes zum Bannwald erklärt. Ein Bannwald ist ein Wald, in dem jede menschliche Nutzung eingestellt wird und der so über viele Jahre langsam wieder zum Urwald wird. Bannwälder gibt es auch in anderen Teilen Deutschlands. Finde heraus, ob es auch in Deiner Nähe einen Bannwald gibt. Vielleicht kannst Du einmal einen Familien- oder Schulausflug dorthin anregen.

 

 

 

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